Future Marketing Skills, Episode 20. Lieber woanders hören? Die Folge gibt es auch auf Spotify und bei Apple Podcasts.
Einen Podcast starten und dranbleiben: 20 Folgen Future Marketing Skills
Zum 20-Folgen-Jubiläum wird es persönlich und ein bisschen meta: Diesmal sitzt Susanne Trautmann selbst auf dem Gäste-Stuhl, und Jolle Lahr-Eigen übernimmt die Moderation. Es geht um das Anfangen und Dranbleiben, darum, warum man einen Podcast starten sollte, wie man ein Thema findet, das nicht nach drei Folgen langweilig wird, und wie man die eigene Leidenschaft bewahrt, auch wenn Alltag, Selbstzweifel und Perfektionismus sie zwischendurch auf Sparflamme drehen.
Jolle Lahr-Eigen ist SEO-Expertin und selbst Podcasterin (Wingcastund der Hansemädchen-Podcast). Gemeinsam werfen die beiden einen ehrlichen Blick hinter die Kulissen eines Marketing-Podcasts.

Warum Future Marketing Skills entstanden ist
Hätte Susanne auf ihr Bauchgefühl gehört, hätte sie früher angefangen. Der Selbstzweifel (ich habe ja gar nichts zu sagen) hielt sie zunächst zurück. Die Lösung war, der eigenen Freude zu folgen und ein Thema zu suchen, das genug Spielwiese für viele Gespräche bietet.
Eine Klammer finden, die nicht langweilig wird
Statt noch eines Go-to-Market-Podcasts wollte Susanne die Klammer größer fassen: die Lust auf Zukunft. Future Marketing Skills fragt, welche Fähigkeiten uns zukunftsfähig machen, oft Haltungs- und Mindset-Themen, die eigentlich jeder Mensch braucht, nicht nur Marketer.
Der Freude folgen statt dem Plan
Ihr Zugang ist bewusst emotional statt streng strukturiert. Es geht ihr darum, Neuland zu erschließen und herauszufinden, was in einem steckt, das merkt man erst, wenn man es ausprobiert. Genau dieses Ausprobieren ist die Botschaft an alle, die selbst mit einem Podcast liebäugeln.
Wie Susanne ihre Gäste auswählt
Ihr idealer Gast hat einen mitreißenden Fachvortrag gehalten, den nur der Raum mitbekommen hat. Der Podcast verlängert dieses Gespräch. Wichtig ist ihr ein Austausch auf Augenhöhe und echte Neugier, viele Gäste sind Podcast-Neulinge, denen sie die Angst vor dem Medium nimmt.
Hinter den Kulissen: der Aufwand pro Folge
Susanne nimmt Folgen im Vorlauf auf, investiert danach aber viel Zeit ins Nachhören, in Clips, den Newsletter und früher in ein Canvas pro Folge. Genau dieser Perfektionismus machte es schwer, einen Backlog aufzubauen, ein ehrlicher Blick auf die Realität hinter einem gepflegten Podcast.
Loslassen statt kontrollieren
Nach Folge 15 hat Susanne das aufwändige „Future Marketing Skills Canvas“, eine Zusammenfassung der Episode auf einer Seite, bewusst weggelassen. Ein Experiment im Loslassen. Es kam kaum Protest, und es nahm Druck heraus. Die Erkenntnis: Etwas loszulassen tut zwar weh, hilft aber auch. Und wenn niemand (außer du selbst) es vermisst, hast du alles richtig gemacht.
Was sie über ihre Hörer gelernt hat
Überraschend: Das Publikum ist eher so alt wie Susanne oder älter. Obwohl sie den Podcast für ihr jüngeres Marketer-Ich gestartet hat, sind es eher die erfahrenen Marketer, die regelmäßig reinhören. Auffällig ausgewogen ist auch das Geschlechterverhältnis, weil sie bewusst abwechselnd mit Frauen und Männern spricht, konnte sie auch eine sehr diverse Hörerschaft aufbauen. Und ein Thema zieht sich durch, ohne dass sie es geplant hätte: Resilienz.

Die Mission hinter dem Podcast
Susannes Mission ist zweifach: dafür sorgen, dass gute Innovationen über gute Kommunikation sichtbar werden, und Marketer darin zu bestärken, sich ihre Leidenschaft zu bewahren, damit die „innere Flamme“ weiter lodert und sie arbeiten können, ohne auszubrennen. Future Marketing Skills ist für sie ein echtes Herzensprojekt, das Marketer darin bestärken soll, selbstbestimmt, neugierig und voller Zuversicht in die Zukunft zu blicken.
Das wichtigste Learning: mach es einfach
Ihr Nugget zum Jubiläum: Wartet nicht zu lange, bis es perfekt ist. Denn das ist es nie. Wenn ihr eine gute Idee habt, macht es einfach und zerdenkt es nicht. Perfektionismus kann jedes Herzensprojekt ersticken. Im schlimmsten Fall gehört ihr zu denen, die wieder aufhören, aber ihr habt in jedem Fall die Erfahrung gesammelt und etwas Neues über euch gelernt.
Häufige Fragen rund um das Starten eines Podcasts
Warum lohnt es sich, einen Podcast zu starten?
Weil man Beziehungen vertieft, spannende Menschen näher kennenlernt und viel über sich selbst lernt. Selbst wenn man wieder aufhört, bleibt die Erfahrung. Susannes Rat: die Idee nicht zerdenken, sondern einfach anfangen.
Wie findet man ein gutes Thema für einen Podcast?
Indem man eine Klammer sucht, die breit genug ist, um über viele Folgen zu tragen, und die zur eigenen Freude passt. Bei Future Marketing Skills ist das die Lust auf Zukunft und die Frage, welche Fähigkeiten uns zukunftsfähig machen.
Wie wählt man Podcast-Gäste aus?
Susanne lädt bevorzugt Menschen ein, die sie persönlich erlebt hat, etwa durch einen starken Fachvortrag, und die ein Gespräch auf Augenhöhe ermöglichen. Wichtiger als Bekanntheit ist echte Expertise und die Bereitschaft, ihr Wissen zu teilen.
Wie viel Aufwand steckt hinter einer Podcast-Folge?
Mehr als man denkt: Aufnahme, Schnitt, Nachhören, Clips, Newsletter und, anfangs, ein Canvas pro Folge. Genau dieser Aufwand macht es schwer, einen Vorrat an fertigen Folgen aufzubauen. Nicht alles muss perfekt sein.
Was ist das wichtigste Learning aus einem Jahr Podcasting?
Mach es einfach und zerdenk es nicht. Dranbleiben zahlt sich aus, und Loslassen (etwa das Weglassen einzelner Bausteine) nimmt Druck, ohne dass die Qualität leidet.